In Winterperioden mit länger anhaltendem Frost kommt es in der Teichwirtschaft regelmäßig zu erheblichen Schäden durch den Kormoran. Frieren natürliche Gewässer wie Flüsse und Seen zu, verlagert sich der Fraßdruck auf eisfreie Fischteiche, die durch Quellzuläufe oder Durchströmung auch bei Minusgraden zugänglich bleiben.
Gleichzeitig sind Fische im Winter besonders gefährdet: Ihr Stoffwechsel ist stark reduziert, sie bewegen sich kaum und konzentrieren sich in wenigen tiefen oder strömungsarmen Bereichen. Diese Kombination macht sie zu leichter Beute für Kormorane, die im Winter einen hohen täglichen Nahrungsbedarf haben und häufig in Gruppen jagen.
Die Folge ist ein Bündelungseffekt: Während sich der Fraßdruck in eisfreien Zeiten verteilt, konzentriert er sich bei Frost auf wenige Teichanlagen. Betroffene Betriebe berichten von massiven Verlusten innerhalb kurzer Zeit, bis hin zum Ausfall ganzer Fischjahrgänge. Neben dem direkten Fraß entstehen zusätzliche Schäden durch Verletzungen, Stress und Qualitätsverluste bei marktfähigen Fischen.
Ohne gezielte Schutz‑ und Managementmaßnahmen sind die Fraßschäden wirtschaftlich nicht beherrschbar. Kormoranschäden in der Teichwirtschaft sind kein Folge mangelnder Vorsorge, sondern entstehen durch Rahmenbedingungen, die einzelne Betriebe nicht beeinflussen können.
Die Handlungsmöglichkeiten der Teichwirte sind dabei stark begrenzt. Der Kormoran ist rechtlich geschützt, wirksame Eingriffe sind nur eingeschränkt zulässig. Technische Vergrämung verliert im Winter schnell ihre Wirkung, da den Vögeln Ausweichgewässer fehlen und sie trotz Störungen zurückkehren.
Auch bauliche Schutzmaßnahmen sind häufig nicht praktikabel oder wirtschaftlich nicht tragbar. Zudem verlagert Vergrämung den Fraßdruck meist nur räumlich. Kormoranschäden sind daher kein einzelbetriebliches Problem, sondern erfordern überbetriebliche und übergeordnete Lösungen.



